Geschichte

Geschichte der Küchenzonen


Der Grundgedanke von DYNAMIC SPACE ist nicht neu!
Es wurden bereits im 18. und 19 Jahrhundert Forschungen durchgeführt und Ideenansätze verwirklicht, die bis in die heutige Zeit meist wieder in Vergessenheit geraten sind. DYNAMIC SPACE möchte einige dieser alten, sinnvollen Anregungen wieder aufgreifen und hat daher Ansatzpunkte wie Arbeitshöhe, kurze Wege, Details der Frankfurter Küche und andere durch Weiterentwicklung an die Gegenwart und Zukunft angepasst.


Arbeitshöhe
Der Grundsatz, den Küchennutzer in den Mittelpunkt zu stellen wurde bereits 1850 nach einer Untersuchung des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums erkannt. Die Wichtigkeit der richtigen Arbeitshöhe für unterschiedlich große Personen fand bereits zu dieser Zeit Anklang beim Nutzer, da die schmerzverursachende, längerfristig gebeugte Haltung - wie z.B. beim Schneiden von Zwiebeln - vermieden werden konnte.

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Fadenstudie
Bereits 1922 wurde in den USA von Christine Fredericks eine Art Fadenstudie durchgeführt, die Ganglinien bei falscher und richtiger Andordnung von Küchenmöbeln untersuchte. Das Resultat ließ eindrücklich erkennen, dass die Anordnung der Kücheneinrichtung auf die zurückzulegenden Wege und somit auch auf die benötigte Arbeitszeit in der Küche große Auswirkungen hat.

Frankfurter Küche
Die Wiener Architektin Margarete Schütte-Lihotzky entwickelte das Konzept der Frankfurter Küche um 1926. In Zusammenarbeit mit dem Architekten Ernst May der Stadt Frankfurt am Main entstand ein fortschrittliches Wohnbauprogramm, aufgrund dessen die Bereiche der Wohnungsausstattung rationeller gestaltet werden sollten.

Der entstandene technische Entwurf einer Küche wurde an den schon aus den 20er Jahren bekannten Taylorismus angelehnt. Arbeitswege und Bewegungsabläufe wurden mit Meterstab und Stoppuhr untersucht und auf das Küchenkonzept umgelegt. Die arbeitszeitsparende Einbauküche wurde in über 10.000 Wohnungen eingebaut.

Das Küchenmodell konnte sich nach dem Zweiten Weltkrieg als Architekturstandard in Europa und in den USA etablieren. Letztendlich kann diese Küche als Prototyp für eine weitgehende Vereinheitlichung des Küchendesigns in Industrieländern angesehen werden.

Die Grundüberlegungen beinhalten
  • optimierte Küchenabläufe
  • kürzere Wege
  • genügend Stauraum auf engstem Raum (selbst über der Tür wurde damals der Platz genutzt)
  • Organisationsmöglichkeiten (Inneneinteilung für Ess- und Arbeitsbesteck, Schüttensystem für offene Lebensmittel, Abtropfschrank für Teller, etc.)
  • die benötigten Küchenutensilien am richtigen Ort
  • durchdachte Details (schräges Abtropfbecken der Spüle, Abtropfwanne im Topfschrank, Lüftungsschlitze, gekühlter Lebensmittelschrank mit Öffnung nach außen, etc.)

Stauraum planen
Der Architekt Adolf Schneck versuchte bereits 1927 die eingeplanten Küchen auf das benötigte Staugut hin auszulegen. Seine Überlegungen in Richtung Staugut hatten eine Zusammenstellung von Küchengeräten für den kleinen Haushalt zur Folge, die als Ausgangspunkt für Küchenplanungen herangezogen wurde.

Arbeitsdreieck
In den 50er Jahren wurde das Arbeitsdreieck an der Cornell Universität in den USA (Ithaca) entwickelt. Das Denkmodell für einen sinnvollen Zusammenhang der Wege zwischen den Hauptarbeitsplätzen in der Küche beschreibt ein Dreieck zwischen Vorratshaltung, Vorbereiten mit Spülen und den Kochbereich.


Küchennutzer im Mittelpunkt
Das Arbeitsdreieck in richtiger Anordnung der drei Arbeitsbereiche - für den Rechtshänder im Uhrzeigersinn, für den Linkshänder entgegen dem Uhrzeigersinn - verdeutlicht, dass die Gewohnheiten und Bedürfnisse der Küchennutzer in den Mittelpunkt der Küchenplanung gestellt werden sollten.

Übrigens...
Von der Arbeitsgemeinschaft "Die Moderne Küche" (AMK) wurde vor etwa 30 Jahren ebenfalls eine Fadenstudie durchgeführt. Durch die gewonnenen Erkenntnisse wurde großes Augenmerk auf die ergonomischen Abläufe in der Küche gelegt.

Die Ergonomiestudie, welche 1991 durch die Initiative der AMK durchgeführt wurde, trug wesentlich zu grundlegenden Erkenntnissen in den Bereichen Ergonomie in der Küche, Kochzone, Arbeitsplatte und Spülenbereich bei. Die Ergonomiestudie erhöhte die Standardausstattung einer Küche, da die Wichtigkeit des Vollauszuges gegenüber dem Teilauszug erkannt wurde. Folglich wurden im Unterschrankbereich verstärkt Schubkästen und Auszüge eingesetzt.